Stundenlang sitzen Richard O'Connell und Hiroyuki Takahara im Gewächshaus und zupfen Blätter von unscheinbaren Pflanzen, legen sie behutsam in runde Plastikschalen und tragen mit einem Pinsel eine klare Flüssigkeit auf. Dies ist Wasser, in dem die Sporen eines Pilzes gelöst sind. Die Forschungsgruppe O'Connells am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln untersucht die Wechselbeziehungen zwischen Pflanze und Pilzschädling, wobei unterschiedliche genetische Varianten sowohl des Pilzes als auch der Wirtspflanze eine Rolle spielen.
Als eines der wenigen Berliner Arbeitskollektive hat Hinkelstein-Druck bis heute überlebt. Aus der Hausbesetzer-Bewegung Anfang der 90er Jahre entstanden, hält der Betrieb an alten Prinzipien fest, mit Erfolg und Spaß bei der Arbeit.
Trotz weltweiter Ächtung von Kinderarbeit müssen Millionen von Kindern Geld verdienen. Die Bewegung arbeitender Kinder fordert daher Arbeit unter würdigen Bedingungen statt Verboten.
Die Arbeitsbedingungen in der Computerindustrie sind ungesund und unsozial. Doch laut Öko-Institut wird spätestens in vier Jahren der erste faire Rechner im Handel sein. Faire Standards würden die Endprodukte nur wenig verteuern.
In den Gehäusen von Computern und Notebooks, die für die meisten Menschen in Europa inzwischen zum erschwinglichen Gebrauchsgegenstand geworden sind, verbirgt sich ein undurchschaubares Geheimnis. Eine Vielzahl von Komponenten, die wiederum aus unterschiedlichen Firmen und Ländern geliefert wurden, ist darin vereint. Zumindest ein Teil davon ist wahrscheinlich mit schlechter Bezahlung, Überstunden und Sicherheitsrisiken für die Beschäftigten hergestellt worden. Die Komplexität der Geräte macht es jedoch nahezu unmöglich, die Produktionsbedingungen der ganzen Zulieferkette nachzuvollziehen. So dürfte es auch schwierig sein, ein Gerät auszuweisen, das unter einigermaßen fairen Konditionen hergestellt worden ist.
Kommunen können beim fairen Einkauf mit gutem Beispiel vorangehen. Weil das gar nicht so einfach ist, erhalten sie dabei Unterstützung
Als erstes Bundesland hat Bayern Mitte Juli beschlossen, Produkte ausbeuterischer Kinderarbeit von seiner öffentlichen Beschaffung auszuschließen. Der Freistaat bestätigt damit einen Trend, der in den letzten zwei Jahren von verschiedensten Kommunen gesetzt wurde. So achten immer mehr Kommunen darauf, die Einhaltung von Sozialstandards in ihre Vergabeverfahren einzubeziehen. Doch einfach ist das nicht: Strenge Sparvorgaben zwingen dazu, auf alles Entbehrliche zu verzichten, und noch dazu ist das bundesdeutsche Vergaberecht eines der kompliziertesten Rechtsfelder. Die Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt) unterstützt durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt interessierte Kommunen daher bei der Umstellung auf sozial verträglicheres Wirtschaften. Rechtliche Fragen werden in einem 2007 erstellten Gutachten "Faires Beschaffungswesen in Kommunen und Kernarbeitsnormen" beantwortet.
Das fair produzierte Notebook liegt in weiter Ferne, Firmenkodizes bewirken so gut wie nichts
In den Zulieferbetrieben der Computerindustrie herrschen unzumutbare Arbeitsbedingungen, die zumeist auch nicht mit nationalem Arbeitsrecht vereinbar sind. Sehr viel laxer sind Verhaltenskodizes der Industrie, die geschaffen wurden, um Konsumenten zu beruhigen. Trotz dieser schlechten Ausgangssituation untersuchte das Öko-Institut kürzlich die Möglichkeit, einen "fairen" Computer auf den Markt zu bringen.
Seit den Privatisierungen haben sich die Arbeitsbedingungen in China extrem verschlechtert
Robin Munro leitet in Hongkong das China Labour Bulletin (CLB), das über Arbeitsbedingungen in der Volksrepublik China recherchiert und Betroffenen Rechtshilfe anbietet. Über 14-Stunden-Schichten, mysteriöse Silikose-Erkrankungen und fehlende Normenkontrolle - aber auch über das steigende Selbstbewusstsein der chinesischen Arbeiter sprach Jutta Blume für ND mit ihm.
ND: Die VR China ist noch immer relativ abgeschottet. Woher beziehen Sie eigentlich Ihre Informationen?
Munro: Unsere Internetseiten sind in China gesperrt, trotzdem kontaktieren uns viele über das Netz. Wir verschicken unsere Bulletins auch per E-Mail. CLB-Gründer Han Dongfang arbeitet für den (von der USA-Regierung finanzierten, d. Red) Sender "Radio Free Asia". Er ist dort für Sendungen zum Thema Arbeit verantwortlich, die man auf Kurzwelle in der VR China empfangen kann. Millionen hören das. Am Ende wird unsere Telefonnummer durchgesagt. So erfahren wir, was in den Fabriken passiert.
(030) 7891 3457
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