Rechtsextremismus

In Bewegung bleiben

Kleine Schritte in Bad Belzig: Der Sozialarbeiter Jean-Marce Banoho macht sich für Flüchtlinge in Brandenburg stark

Jean-Marce Banoho holt einen Brief aus seiner Jackentasche, Absender: »Familiengericht Berlin-Kreuzberg, Kosteneinziehungsstelle der Justiz«. Er setzt sich an einen der Tische vor der großen Schaufensterscheibe im Infocafé »Der Winkel« und wählt die Nummer der Kosteneinziehungsstelle. Ein Asylbewerber aus Kamerun habe ihn um Hilfe gebeten, weil er Schulden beim Gericht habe, erklärt er. »Ja, guten Tag, hier ist Jean-Marce Banoho, ich bin Sozialarbeiter.« Es geht um Unterhaltszahlungen.

Brauner Alltag in der Provinz

Wie Neonazis in ländlichen Gegenden die Normalität verschieben

Ob im Westen oder Osten der Bundesrepublik: Neonazis sind vielerorts Teil des Alltags. Besonders in der Provinz unternehmen sie Anstrengungen, sich in den lokalen sozialen Strukturen zu verankern.

Mit Farbe und Aceton

Irmela Mensah-Schramm ist Überzeugungstäterin: Sie säubert die Stadt von Hassparolen und brauner Propaganda

Ohne Spachtel und Nagellackentferner geht Irmela Mensah-Schramm nie aus dem Haus. Damit entfernt sie Nazischmierereien, -aufkleber und andere Hassbotschaften, wo sie ihnen begegnet. Nie wieder will sie sich fühlen wie damals, vor 22 Jahren, als sie an der Bushaltestelle vor ihrem Haus einen Aufkleber mit dem Slogan „Freiheit für Rudolf Hess“ zunächst kleben ließ. Ihr Gewissen ließ ihr keine Ruhe, bis sie später zurückkehrte, um die Nazi-Propaganda zu entfernen.

Beständiges Kratzen am rechten Image (taz, Mai 2008)

Die Weitlingstraße in Lichtenberg ist als Nazi-Kiez verschrieen. Obwohl sich Gewerbetreibende und Anwohner engagieren, sind Rechte im Stadtbild präsent

"Weil die Erinnerung nicht sterben darf"

Neues Deutschland 28/05/05

Berliner Schüler machen das Leben einer Überlebenden des KZ Ravensbrück zum Thema eines Hörspiels.