Jean-Marce Banoho holt einen Brief aus seiner Jackentasche, Absender: »Familiengericht Berlin-Kreuzberg, Kosteneinziehungsstelle der Justiz«. Er setzt sich an einen der Tische vor der großen Schaufensterscheibe im Infocafé »Der Winkel« und wählt die Nummer der Kosteneinziehungsstelle. Ein Asylbewerber aus Kamerun habe ihn um Hilfe gebeten, weil er Schulden beim Gericht habe, erklärt er. »Ja, guten Tag, hier ist Jean-Marce Banoho, ich bin Sozialarbeiter.« Es geht um Unterhaltszahlungen.
Ob im Westen oder Osten der Bundesrepublik: Neonazis sind vielerorts Teil des Alltags. Besonders in der Provinz unternehmen sie Anstrengungen, sich in den lokalen sozialen Strukturen zu verankern.
Ohne Spachtel und Nagellackentferner geht Irmela Mensah-Schramm nie aus dem Haus. Damit entfernt sie Nazischmierereien, -aufkleber und andere Hassbotschaften, wo sie ihnen begegnet. Nie wieder will sie sich fühlen wie damals, vor 22 Jahren, als sie an der Bushaltestelle vor ihrem Haus einen Aufkleber mit dem Slogan „Freiheit für Rudolf Hess“ zunächst kleben ließ. Ihr Gewissen ließ ihr keine Ruhe, bis sie später zurückkehrte, um die Nazi-Propaganda zu entfernen.
Berliner Schüler machen das Leben einer Überlebenden des KZ Ravensbrück zum Thema eines Hörspiels.
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