Gentechnik

Im Rhythmus der Sequenzierer

Mit Geduld und Pipette für eine grüne Gentechnik

Stundenlang sitzen Richard O'Connell und Hiroyuki Takahara im Gewächshaus und zupfen Blätter von unscheinbaren Pflanzen, legen sie behutsam in runde Plastikschalen und tragen mit einem Pinsel eine klare Flüssigkeit auf. Dies ist Wasser, in dem die Sporen eines Pilzes gelöst sind. Die Forschungsgruppe O'Connells am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln untersucht die Wechselbeziehungen zwischen Pflanze und Pilzschädling, wobei unterschiedliche genetische Varianten sowohl des Pilzes als auch der Wirtspflanze eine Rolle spielen.

Ein sehr weites Feld (Maja Schuster & Jürgen Weber)

Welche Folgen hat die Grüne Gentechnik?

Maja Schuster & Jürgen Weber

Ganz natürlich

Der Begriff Natur hat viele Bedeutungen

Natur, denken die meisten von uns, kann man bei einem Waldspaziergang erleben. Oder wenn man im Sommer auf einer Wiese liegt und sich auf die verschiedenen Insekten konzentriert, die darin herumkrabbeln. Natur, das sind die Pflanzen und Tiere, ihr Zusammenspiel. Und auch wenn wir Menschen heute als größte Gefahr für die Natur gelten, gehören wir doch irgendwie dazu. Wir brauchen wie alle Tiere Nahrung und Luft zum Atmen, wir werden krank, wir altern und wir sterben. Alles ganz natürliche Prozesse.

Freiräume durch Selbstversorgung (Neues Deutschland, 2008)

Auf dem Hof Ulenkrug in Mecklenburg-Vorpommern leben und arbeiten 16 Frauen und Männer. Als Teil der „Europäischen Kooperative Longo Maï“ versuchen sie, sich durch eigene Versorgung politische Freiräume zu erhalten.

Zwischen Stubbendorf und Finkenthal nicht weit von Teterow, in der Nähe des Kummerower Sees. So könnte sich die Ortsbeschreibung des Hof Ulenkrug anhören. Doch sie würde einem Suchenden wohl nicht viel helfen - zu abgelegen ist die Gegend. Leicht hügelig, von Wäldern durchsetzt und landwirtschaftlich geprägt ist es hier, auch wenn in den kleinen Orten bereits seit längerem Discounter wie Lidl und Aldi der bäuerlichen Produktion Konkurrenz machen.

Geschenktes Leben, verschenkte Gesundheit

DER STOFF, AUS DEM DIE TRäUME SIND

Die einen wünschen sich Kinder, die anderen versprechen Heilung - Eizellen sind eine fast normale Ware auf dem Gewebemarkt

Im Dezember 2005 endete die steile Karriere des südkoreanischen Klonforschers Hwang Woo-Suk mit einem tiefen Fall. Eine Untersuchungskommission der Seouler Nationaluniversität wirft ihm vor, seine in den renommierten Wissenschaftszeitschriften Science und Nature publizierten Forschungsergebnisse seien komplett gefälscht gewesen und er habe niemals Stammzellen aus einem geklonten Embryo hergestellt Dem Skandal vorangegangen war die Tatsache, dass Hwang einen Teil der notwendigen Eizellen seinen Mitarbeiterinnen entnommen hatte. Doch abgesehen von der Daten-Manipulation haben Hwangs Experimente in der Wissenschaft Spuren hinterlassen: Der Klon-Erfolg scheint entscheidend davon abzuhängen, dass die verwendeten (menschlichen) Eizellen besonders frisch sind.